Aktuelles aus dem Kinderhaus

Liebe Freunde des Kiran Kinderhauses, 

voller Freude hatte ich über die neue Verfassung in Nepal berichtet. Aber sie bewirkte, dass mehrere Provinzen im Süden Nepals versuchten, durch Streiks das Land lahmzulegen und die Zentralregierung in Kathmandu dazu zu zwingen, ihnen mehr Autonomie zu gewähren. Über 6 Monate lang blockierten sie die Grenze nach Indien, so dass bis März 2016 kein Benzin und Gas legal eingeführt werden konnten. Alle Haushalte litten darunter, ebenso unser Kinderhaus. Das tägliche Gemüse und die übliche Linsensoße wurden über einer Art Lagerfeuer im Garten gekocht, während für den Reis ein riesiger elektrischer Reiskocher angeschafft wurde. Es war die schlimmste Blockade, die ich in 20 Jahren erlebt habe, aber das Land hat es überstanden. Noch immer gehen die Verhandlungen über eine verbesserte Verfassung weiter. 

Als mein Mann im März in Kathmandu war, ist er mit ein paar unserer großen Mädchen (Anna, Barsha und Premi) in den Süden gefahren, um neue Mädchen abzuholen. Den Kontakt zur Familie von Rebika hatte Rameshs Onkel hergestellt. Das kleine Mädchen aus der Kaste der Unberührbaren lebte in äußerster Armut im Terai, wie auch Sohani und Manjuri, die etwas später kamen.

Besucher wundern sich immer darüber, dass wir mit wenig Personal auskommen. Das liegt an dem genialen System, nach dem immer ein größeres Mädchen aus der Gruppe der Lilies (11 bis 14 Jahre) einem kleineren zugeordnet ist und sich im gemeinsamen Schlafraum wie auch in allen Belangen um die Kleinere kümmert. Auch andere Besucher waren beeindruckt von dem liebevollen Umgang der Kinder untereinander. 

Mit den großen Mädchen (Daisies), die selbständig im Nebenhaus leben und jetzt alle ein College besuchen, hat mein Mann im April den Aufstieg zum „Hausberg“ Phulchowki (2600 Meter) geschafft. Mehrere sind im 3. Jahr ihres Bachelorstudiums und arbeiten nebenbei. Die großen Mädchen wie Kiran, Barsha und Premi hatten dieses Jahr einen mehrmonatigen Praktikumsplatz bei der GIZ (deutsche Entwicklungsbehörde), was ihnen hoffentlich in ihrer beruflichen Karriere helfen wird.

Besondere Freude hatte ich auch an unseren erwachsenen ersten Mädchen, die nun selbständig leben, entweder verheiratet wie Prashanna, Krismaya und Mahima oder wie Isumaya und Pabitra, die sich eine Zweizimmerwohnung teilen. 

Prashanna und Mahima leben in Nuwakot, dem vom Erdbeben am meisten betroffenen Gebiet. Mahima lebt mit den Schwiegereltern, die ihr einjähriges Kind betreuen, wenn sie als Lehrerin arbeitet. Prashanna hat jetzt in leitender Stellung mit der Erdbebenhilfe zu tun. 

Am 19./20. November hatten wir in Isernhagen wieder unsere alljährliche Benefizveranstaltung, zu der ca. 400 Besucher kamen. Dazu hatten wir vom Kinderhaus in Nepal Premi und Barsha eingeladen. Sie führten nepalesische Tänze auf und erzählten den Besuchern vom Kinderhaus in Nepal. Diese Benefizveranstaltung soll im kommenden November am 25./26.11. wieder stattfinden.

Inge Busch

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Letzte Aktualisierung: Januar 2017